Berühmte Hacks

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1972

  • John Draper, auch bekannt als "Captain Crunch", entdeckte, dass man mit Hilfe einer kleinen Pfeife, die in Cornflaks der Marke "Capt'n Crunch's" als Spielzeug beigelegt war, das 2600Hz Tonwahlsignal nachahmen konnte. Dadurch konnte das amerikanische Telefonsystem überlistet und der Gebührenzähler deaktiviert werden, womit ein kostenloses Telefonieren ermöglicht wurde. Diese Systematik bildete die Grundlage für die erste Bluebox. Man bezeichnete diese illegale Art zu telefonieren als Phreaking. Als die Telefongesellschaften merkliche Verluste aufgrund dieser Bewegung zu verzeichnen hatten, wurde John Draper verhaftet und zu 5 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

1981

  • Ian Murphy alias "Captain Zap" verschaffte sich Zugriff auf das System der US Telefongesellschaft AT&T und manipulierte dort die interne Uhr, an welche die Tarife gebunden waren. Dadurch wurden zur normalen Tageszeit billigere Nachttarife berechnet. Seine Geschichte war die Inspiration für den Film "Sneakers".

1985 - 1989

  • Einer hannoverschen Hackergruppe um Karl Koch, auch bekannt als "Hagbard Celine" und Markus Hess gelang im Rahmen des so genannten "KGB-Hack" eine Reihe von Einbrüchen in verschiedene Computersysteme. Die dort erlangten Daten verkauften sie an den KGB. Die Hacks wurden durch einen Bug in der Emacs-Komponente "movemail" möglich. Clifford Stoll, der "Entdecker", beschrieb die Jagd nach dem Hacker in dem Buch "Das Kuckucksei". Die Geschichte wurde 1998 in "23 - Nichts ist so wie es scheint" aus der Sicht von Koch verfilmt.

1988

  • Robert Tappan Morris schrieb (wohl unbeabsichtigt) den ersten Internetwurm. Der Morris-Wurm enthielt zwar keine Schadensroutine, aber durch seine aggressive Weiterverbreitung unter Ausnutzung einiger Unix-Dienste, wurden ca. 6000 Rechner lahm gelegt. Kurze Zeit später wurde er verhaftet und zu einer Strafe von 10.000 US$, 3 Jahren auf Bewährung und 400 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Morris ist heute Professor am MIT.
  • Kevin Mitnick alias "Condor" soll, größtenteils mit Hilfe von Social Engineering, unter anderem mehr als 100mal in das Netzwerk des Pentagon sowie einige Male in das der NSA eingedrungen sein. Außerdem wird ihm der Diebstahl von Software in Millionenhöhe und damit verbundenem Einbruch in die entsprechenden Computersysteme der Firmen Sun Microsystems, Novell, Motorola, Fujitsu, NEC, Nokia, und Digital Equipment Corporation sowie der Diebstahl von 16 internen Zugangscodes der US Telefongesellschaft MCI-Worldcom für kostenfreie Ferngespräche und 20000 Kreditkartennummern angelastet. 1988 wurde Mitnick das erste Mal inhaftiert, 1995 erneut durch das FBI verhaftet. Es entwickelte sich die Free Kevin Bewegung. Nach mehrjähriger Haft und dreijährigem Benutzungsverbot von EDV-Systemen (bis Mitternacht des 21. Januar 2003) wurde er im Januar 2000 entlassen. Dieser Geschichte widmet sich der Dokumentarfilm "Freedom Downtime" vom Hackermagazin 2600 und der Film "Takedown" dessen Drehbuch jedoch in zentralen Teilen fiktiv ist.

1993

  • Kevin Poulsen, Ronald Austin und Justin Peterson werden angeklagt, unzählige Radio-Gewinnspiele manipuliert zu haben. Das Trio erlangte Kontrolle über alle Telefonleitungen der entspr. Radiostationen und stellte so sicher, dass ausschließlich ihre eigenen Anrufe durchkommen. Unter anderem gewannen sie 2 Porsche, 20.000 US$ in Bar und Urlaube auf Hawaii.Unabdingbarer Punkt ihrer Erfolgreichen Bemühungen war aber die schlecht implementierte Umgebung der Telefoncomputer und Unternehmen wie Sprint oder andere wurden schon früh auf mögliche Angriffsszenarien hingeweisen unternahmen aber nichts. (Robert Kreis)

1994

  • Der 16 jährige Musikschüler Richard Pryce, auch bekannt als "Datastream Cowboy", wird angeklagt und verurteilt in hunderte Computer eingebrochen zu sein. Unter anderem erlangte er Kontrolle über Computer der Griffiths Air Force Base, NASA und des Süd-Koreanischen Atomforschung Instituts. Sein Mentor "Kuji" wurde niemals gefasst.
  • Der Russe Vladimir Levin bricht in das System der Citibank ein und ergaunert insgesamt mehr als 10 Millionen Dollar. Kurze Zeit später wird er auf der Flucht durch Interpol auf dem London Heathrow Airport gefasst.

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