Cracker

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Cracker findet seinen Ursprung in der englischen Umgangssprache bzw. dem Slang und bezeichnet hier das Aufbrechen von etwas oder das (Zer-)Brechen der Wirkung eines Sicherheitssystems oder einer Sperrvorrichtung. Daran angelehnt wird seit Anfang der 1980er Jahre auch jemand der Passwort- oder Programmschutzmechanismen (wie z.B. den Kopierschutz) einer Software aushebelt, als „Software Cracker“ oder kurz „Cracker“ bezeichnet.

Im Hackerjargon erhielt Cracker parallel dazu weitere Verwendungen, weshalb seine Bedeutung heute stark vom jeweiligen Kontext abhängig ist: Wie die Ethickerd-Initiative beschreibt, ist die Definition des Begriffs Gegenstand einer anhaltenden Kontroverse zwischen den verschiedenen Hackerkulturen. Innerhalb der akademischen Hackerkultur wurde seit 1985 der Versuch unternommen, sämtliche Hacker, die Sicherheitsbarrieren umgehen, ungeachtet ihrer Motivation nicht als Hacker, sondern als Cracker zu betiteln.[1] Dagegen wollen andere Hackerkulturen lediglich die destruktiven Elemente der jeweiligen Szene (s.g. Black-Hat-Hacker) als Cracker bezeichnet sehen.

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(Software-) Cracker

Zum Betätigungsfeld eines (Software-) Crackers gehört die Manipulation von (meist kompilierten) Softwarecode, um den Zugriffs- oder Kopierschutz einer Software zu entfernen, wozu auch Schutzmechanismen wie Passwortabfragen zählen. Alternativ dazu erstellen sie Generatoren für Lizenznummern oder entwickeln Programme für das Brute-Forcen von Passwörtern.

Cracken als legaler Sport

Da ihnen der Programmcode nur als Maschinencode oder als Zwischencode (z. B. Intermediate Language oder Java-Bytecode) vorliegt, kommt das Knacken von CrackMes einem Wettkampf im Bereich des Reverse Engineerings gleich. Dabei erstellt einer der Cracker ein Programm (das CrackMe), welches er mit Barrieren wie z.B. einer Passwortabfrage versieht. Die anderen Teilnehmer versuchen nun, diese Barrieren auszuhebeln. Ihre Tätigkeit stellt eine gute Übung für Softwareentwickler und Systemanalytiker dar.

Cracker als Kopierschutz-Entferner

Bereits sehr früh (Ende 1970er/Anfang 1980er Jahre) wurde damit begonnen, kommerzielle Software (hier insbesondere Computerspiele) mit mehr oder weniger ausgeklügelten Kopierschutzmechanismen zu versehen. Den Kopierschutz auszuhebeln, um die Software für sich selbst und für befreundete Computerbenutzer in einem kopierbaren Zustand zu bringen, entwickelte sich unter den damaligen Computerfreaks als eine technische Fertigkeit und Begabung. Jemand der die Fähigkeit hatte, den Programmcode zu manipulieren, um Kopierschutzmechanismen zu umgehen, nannte man seit Anfang der 1980er Jahre auch „Software Cracker” oder kurz „Cracker“. Einzelne Cracker waren dabei so erfolgreich, dass sie das Cracken zu einer Art Passion machten, meistens unter Verwendung eines anonymisierenden Crackernamen (Nickname, auch Pseudo oder Handle genannt). In den frühen 1980er Jahren entstanden hieraus Crackergruppen und der sich auf das Aushebeln von Kopierschutzmechanismen kommerzieller Software spezialisierende Teil der Warez-Szene.

Solche Crackergruppen sind auch heute noch meist streng organisiert. Beispiele für solche Gruppen waren bzw. sind RELOADED, L4NZ=10T, the-cube, BLiZZARD, CORE, Razor 1911, DEViANCE, Kalisto, W-P-W, H2O, ParadoX, Fairlight, Dynamic Duo, Ebola Virus Crew,Anti-RAM, Section 8, TBC, German Cracking Service , Team Eclipse und TSRh. Viele Softwarecracker sind dabei nicht an Profit interessiert. Vielmehr betrachten sie das Cracken gegen die Zeit als Wettbewerb der Gruppen gegeneinander.

Auszug aus dem Buch Hackerland:

„Softwarefirmen suchten in den 80er Jahren nach Wegen, um den einzelnen Benutzer vor dem Kopieren der Software zu hindern. Die Maßnahme jedoch führte dazu, dass zunächst Einzelgänger anfingen, Software hobbymäßig zu cracken. Später bildeten sich kleinere Gruppen, die es sich zur Aufgabe machten, Software kontinuierlich zu cracken und in Umlauf zu bringen. Es dauerte nicht lange, bis sich schließlich die Crackergruppen zu einer 'Szene' vereinten und regelmäßige Treffen veranstalteten (Copyparties). Innerhalb weniger Jahren gründete sich eine Subkultur von Crackern, die ein gigantisches Netz quer über den Globus spannte. Gruppen- und Mitgliedsnamen wurden in Listen festgehalten und weltweit durch Personen, die speziell für diesen Aufgabenbereich eingeteilt waren, verteilt. (...)“

Die Abgrenzung zwischen den Begriffen (Software-) „Cracker“ und „Hacker“

Auch wenn die Hacker- und Crackerkultur gemeinsame Wurzeln haben, entwickelten sie sich schnell getrennt voneinander, wobei sie sich gelegentlich von der jeweils anderen Szene distanziert sehen wollen. Nach der heutigen Common Sense der Hacker Community wird aus Sicht der Computersicherheit selbst das Cracken von Passworten dem Hackerhandwerk abgesprochen (treffendes Zitat aus Eric Steven Raymonds „How to become a Hacker“: Genauso wenig wie man durch das Knacken von Sicherheitscodes ein Hacker wird, wird man durch das Kurzschließen eines Autos zu einem KFZ-Mechaniker.).

Auch wenn dies nur einen Teil des Betätigungsfeldes eines Hackers abdeckt, gehören dagegen das reverse Engineering von Software sowie das Verändern von mangelhaft geschütztem Softwarecode innerhalb der Computersicherheit zum Hackerhandwerk, um vermeintliche Sicherheitsbarrieren eines Systems zu überwinden. Selbst jenseits der Computersicherheit bedienen sich Hacker in der Programmierung bisweilen diverser Methoden, die sich aus technischer Sicht nicht von denen der Cracker unterscheiden. Im Gegensatz zur Computersicherheit liegt der Unterschied zum Cracker hier jedoch deutlich abgrenzbar im zu erreichenden Ziel und dem ausschließlich legalen Umfeld, in denen Hacker diese Methoden anwenden. Durch deren gemeinsame Nutzung solcher Methoden fällt eine Trennung der Begriffe "Hacker" und (Software-) "Cracker" für Außenstehende allerdings oft schwer.

siehe auch

Literatur