Groupware Evaluierung

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Zweck dieses Dokuments ist es, die Arbeitsweisen und Anforderungen verschiedener Groupwarelösungen auf einen Blick verfügbar zu machen. Dabei geht es vor allem um die Entstehung, die Lizenzpolitik, die Community, unterstützte Betriebsysteme (Server, Client) und die Abhängigkeiten der Lösungen ein. Als weiterer wichtiger Punkt werden die Vor- und Nachteile behandelt, damit für den Kunden die optimale Lösung ermittelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Kolab

Entstehung und Entwicklung

Im Auftrag des BSI wird Kolab seit dem Jahr 2002 von drei Firmen mit dem Ziel entwickelt, eine alternative Open Source Lösung zu Microsoft Exchange zu schaffen.

Die Entwicklung von Kolab wird durch das Kolab Konsortium geleiten, welches die Software wartet und weiterentwickelt. Das Konsortium teilt sich auf drei Firmen auf, welche einzelne Aufgaben wie das Projektmanagement, die einzelnen Server und den KDE Client Kontact übernehmen.

Funktionsumfang

  • Termine
  • Email
  • Aufgaben
  • Adressbücher

Server und Clients

Server und Client Sourcen sowie fertige Pakete sind über die Kolab Projekt Homepage beziehbar. Debian Pakete sind ganz normal per apt-get verfügbar.

Die am besten unterstützen Clients sind Kontact unter Linux und Outlook (in Verbindung mit dem Toltec oder KONSEC Konnektor) unter Windows. Desweiteren werden auch andere IMAP fähige Clients wie Thunderbird oder Evolution unterstützt, was sich jedoch auf die reine Mail-Fähigkeit beschränkt. Ein Kolab-Plugin für Thunderbird ist in Arbeit.

Serveraufbau

Kolab nutzt folgende Software:

Durch die Möglichkeit mehrere Server parallel laufen zu lassen wird eine hohe Skalierbarkeit garantiert. Die Administration erfolgt überwiegend über die eingebaute Weboberfläche, welche auch von den Usern für persönliche Einstellungen genutzt werden kann. Gespeichert wird in der IMAP Struktur im einem MIME/XML Format.

Quellenverzeichnis

Scalix

Entstehung und Entwicklung

Das quelloffene Scalix basiert auf HP Openmail und war anfangs proprietäre Software. Entwickelt wird Scalix von der Scalix Corporation aus Californien, betreibt jedoch weitere Zweigstellen in New York, Deutschland, England, Malaysia und Japan. Im Juli 2007 wurde Scalix von Xandros aufgekauft.

Von den Produkten Enterprise, Small Business, Appliance, Xandros, Community und Raw sind nur Community und Raw frei nutzbar.

Lizenz

Scalix verwendet die eigene Scalix Public Licence, welche auf der Mozilla Public Licence basiert. Diese Lizenz wurde um den Punkt erweitert, daß jede auf Scalix Sourcecode basierende Software einen Backlink mit Logo auf die Scalix Homepage und den Copyrightvermerk "in the same form as the latest version of the Covered Code distributed by Scalix at the time of distribution of such copy" beinhalten muss.

Funktionsumfang

  • Email
  • Kalender
  • Messenger
  • Gemeinsames arbeiten

Server und Clients

Auf der Downloadseite des Herstellers gibt es Binärpakete für Debian, RHEL 4/5, FC5 & Fedora 7, SLES 9/10 und Suse OSS 10.1/10.2 sowie Sourcen.

Scalix kann mit den verschiedensten IMAP fähigen Clients verwendet werden. sowie mit Outlook oder Evolution über ScalixConnect. Für Blackberries, Treos und Smartphones existiert die Scalix Wireless Solution. Ausserdem gibt es das AJAX basierte Webfrontend Scalix Web Access.

Serveraufbau

Scalix nutzt einen eigenen Mailserver mit folgenden Funktionen:

Quellenverzeichnis

Opengroupware.org

Entstehung und Entwicklung

Basierend auf dem seit Sommer 2003 freigegebenen Skyrix groupware server wird Opengroupware.org von der Community als Open Source Groupware entwickelt. Ziele der Entwicklung ist die Anbindung an führende Groupware-Clients und die Schaffung von von offenen Schnittstellen auf Basis von XML.

Lizenz

Die OpenGroupware steht unter der GPL respektive LGPL.

Funktionsumfang

  • Termine / Kalender
  • Kontakte
  • Ressourcenplanung
  • Aufgaben
  • Projekte (mit Ablage von Dokumenten)
  • Email (IMAP)
  • PDA-Synchronisation (PalmOS)
  • WebDAV Schnittstelle
  • XML-RPC Schnittstelle
  • News

Server und Clients

Auf der Homepage stehen Installationsanleitungen für alle gängigen Betriebssysteme von Windows, über Solaris bis Linux bereit. Speziell für Debian wurden Pakete erstellt, welche auch in den offiziellen Debian Zweig einfliessen sollen.

Die Serverumstellung auf Deutsch, geschieht über das Paket opengroupware.org1.1-webui-i18n-de_1.1.7-1_all.deb dieses ist zu finden unter

Die Anbindung an Outlook kann über den ZideLook Connector erfolgen. Desweiteren gibt es die Möglichkeit zur Anbindung an Evolution, Mozilla Calendar, Apple iCal und KOrganizer.

Ausserdem steht ein Webbasierender Client zur Verfügung.

Serveraufbau

OpenGroupware kann über gängige Mailserver wie Cyrus oder Courier genutzt werden. Als Datenbank kommt PostgreSQL zum Einsatz, als Webserver Apache.

Quellenverzeichnis

Open-Xchange

Entstehung und Entwicklung

Open-Xchange wird von der gleichnamigen Firma mit Sitz in Olpe, Nürnberg und New York entwickelt. Die Software basiert auf dem Suse Linux Openexchange Server. Derzeit gibt es zwei Versionen, den kommerziellen Open-Xchange Server 5 und die unter der GPL/CC stehende Entwicklerversion 2. Eine große Fangemeinde erweitert das Paket ständig um Erweiterungen für Firmen und Privatanwender.

Funktionsumfang

  • Email
  • Termine
  • Kontakte
  • Dokumentenaustausch
  • Aufgaben- und Projektsteuerung
  • Forum
  • WebDAV Schnittstelle
  • Java-API

Davon abweichend bietet die kommerzielle Version noch folgendes:

  • ein Installationswerkzeug
  • Support
  • Systempflegen/Maintenance Handbücher
  • integrierte Hilfe
  • Weboberfläche zur Administration einzelner Serverdienste

Server und Clients

Entgegen der kommerziellen Version die nur für RHEL4 und SLES9 verfügbar ist, gibt es die Entwicklerversion für alle gängigen Distributionen.

Der Server hat folgende Voraussetzungen:

  • Webserver mit Servlet Engine
  • IMAP
  • SMTP
  • SQL mit JDBC (PostgreSQL)
  • LDAP
  • Perl Module: Net::SSLeay, IO::Socket::SSL, XML::NamespaceSupport, XML::SAX::Base, Authen::SASL, Convert::ASN1, Net::LDAP

Auf die Email Funktionen des Server kann mit allen IMAP fähigen Clients zugegriffen werden. Für Outlook steht eine eingeschränkte Version des Outlook Konnektor frei zur Verfügung.

Quellenverzeichnis

Apple Ical Server

Entstehung und Entwicklung

Der von Apple entwickelte Ical Server baut auf Standard-Kalender-Protokollen (CalDAV) und kann daher mit vielen gängigen Kalenderprogrammen genutzt werden. Die Software kann Lizenzgebührenfrei genutzt werden und eignet sich daher auch für große Firmen. Der Quellcode kann über [opensource.apple.com opensource.apple.com] bezogen werden, was die Entwicklung vorantreiben soll.

Serverdetails

Ical Server wurde in Python geschrieben und verwendet das Twisted Framework. Dadurch besteht die Möglichkeit den Server auf andere Plattformen wie FreeBSD oder Linux zu portieren.

Um Serverausfälle zu minimieren und Leistung / Skalierbarkeit zu garantieren, wurde die Software für den Einsatz auf dem Cluster-Datei-System Xsan von Apple optimiert. Ausserdem kann auf im Netzzwerk vorhandene Verzeichnisdienste zurückgegriffen werden. Existiert ein solcher Dienst nicht, bietet Apple dafür Open Directory an. Somit ist der Aufwand der Integration in ein bestehendes Netzwerk gering.

Quellenverzeichnis

eGroupware

Entstehung und Entwicklung

eGroupware ist als Fork von phpGroupware entstanden und unterliegt der GPL. Entwickelt wird die PHP basierte Software von 68 Entwicklern aus den USA, Italien, Niederlande und Deutschland. Im deutschsprachigen Raum stehen diverse Support und Hosting Angebote zur Verfügung.

Funktionsumfang

  • Adressbuch
  • Kalender (mit Gruppenfunktionalität)
  • Email Client (FeLaMiMail)
  • Aufgabenverwaltung
  • zentrale Dateiablage
  • Wissensdatenbank
  • Projektmanagement
  • Ressourcenmanagement
  • Wiki
  • CMS
  • SyncML (synchronisation mit Handys, PDAs oder Outlook)
  • Stundenzettel
  • Nachrichten
  • Work-Flow Engine
  • etemplate

Serveraufbau

Durch die Verwendung von PHP ist die eGroupware sehr Plattformunabhängig. Fertige Debian Pakete existieren im Unstable Zweig. Folgende Software kann im Hintergrund arbeiten:

  • SQL -> MySQL, PostgreSQL, MaxDB oder MsSQL
  • Authentifizierung -> Lokale Konten in SQL oder LDAP, externes System wie Mailserver oder ADS

Für die Mailserver Cyrus und Postfix kann die komplette Konfiguration mit eGroupware durchgeführt werden. Eine gelungene Übersicht über den Aufbau der eGroupware ist hier zu finden.

Quellenverzeichnis

phpgroupware

Entstehung und Entwicklung

Die phpGroupware ist eine Open Source Groupware unter der GPL und die Basis der eGroupware. Durch Module kann die Software erweitert werden. Die API steht unter der GLGPL.

Funktionsumfang

  • Email (falls Mailserver vorhanden)
  • Kalender
  • Adressbuch
  • Bookmarks
  • Chat
  • Forum
  • Notizen
  • Aufgaben
  • Projektmanagement
  • Helpdesk / Trouble Ticket System

Serveraufbau

Für die Installation liegen auf der Homepage tar.gz und RPM Dateien. Für Debian existiert ein eigenes Repository.

Die phpGroupware hat folgende Voraussetzungen:

  • Webserver
  • MySQL / PostgreSQL
  • IMAP / POP3 Server
  • PHP (nein echt?)

Quellenverzeichnis

Zimbra

Entstehung und Entwicklung

Zimbra ist eine Groupware, die von Zimbra Inc. in Kalifornien entwickelt wird. Im September 2007 wurde das Unternehmen von Yahoo gekauft. Es existieren zwei Varianten: die Community Version (Open Source) und die Commercial Version (Zimbra Network) mit Closed Source Software.

Lizenz

Zimbra steht unter der Mozilla Public Licence. Modifikationen an vorhandenen Elementen sollen an das Projekt zurückgegeben werden. Der Webclient steht unter der Zimbra Public Licence, welche auf der MPL aufbaut. Zimbra Produkte müssen im Zuge dieser Lizenz einen Link auf die Zimbra Homepage beinhalten.

Funktionsumfang

  • Email
  • Gruppenkalender
  • Drag&Drop / Rechtsklick durch AJAX
  • erweiterte Suchfunktion

Serveraufbau

Der Server läuft auf vielen gängigen Linux Distributionen (Debian Pakete liegen für sarge vor) und verwendet folgende Software:

  • Postfix
  • MySQL
  • OpenLDAP
  • Lucene

Quellenverzeichnis

Horde Groupware

Entstehung und Entwicklung

Horde ist ein Open-Source-Projekt, das von Freiwilligen entwickelt wird. Es ist ein in PHP geschriebenes Framework für Webanwendungen. Neben den eigenen Bibliotheken werden auch verschiedene PEAR-Bibliotheken verwendet. Das Webfrontend vom Kolab ist ebenfalls auf der Basis von Horde realisiert.

Um die Installation und Wartung von Horde zu erleichtern, werden das Horde-Basissystem sowie die aktuellen Versionen der Module Kronolith, Turba, Nag und Mnemo als Bundle unter dem Titel Horde Groupware als ein einziges, herunterladbares Archiv mit teilweise bereits fertigen Konfigurationen angeboten. Am 14. Januar 2007 erschien das erste dieser Bundles. Aktuell ist die Version 1.0.2 vom 1. Oktober 2007. Später soll noch eine Webmail-Edition folgen, die die von großen Webmailanbietern verwendete und sehr ausgereifte Webmail-Applikation IMP in die Groupware integriert.

Lizenz

Die Horde Groupware steht unter der GNU LIBRARY GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2

Funktionsumfang

  • Terminkalender
  • Kontaktmanagement
  • Aufgabenverwaltung
  • Notizverwaltung
  • Outlook und PDA-Synchronisation (Funambol SyncML)

Server und Clients

Das System ist plattformunabhängig und arbeitet mit jedem Webserver der PHP support bietet, i.e. Linux, Windows, Solaris, Mac OS X Server. Externe Clients: Apple iCal, Mozilla Sunbird, Microsoft Outlook. Horde ist in erster Linie eine Webbasierende Groupware.

Serveraufbau

Folgende Datenbanksysteme werden unterstützt: MySQL, PostgreSQL, Oracle, Microsoft SQL-Server

Quellenverzeichnis

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