Skriptkiddie

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Skriptkiddie wird von „Skript“ und „Kid“ abgeleitet (englisch "script kiddy"; im Deutschen existiert eine Vielzahl alternativer Schreibformen). Der Begriff bezeichnet einen stereotypischen Jugendlichen, der über ein Netzwerk in fremde Computersysteme einbricht, um gegenüber Anderen anzugeben und zu imponieren, und der das Ganze tut, ohne sich mit der Materie der Computersicherheit auszukennen. Skriptkiddies sind auf vorgefertigte stark vereinfachende Automatismen angewiesen, wobei sie die benötigten Programme oft nur mit Hilfe eines Skripts in Form einer schrittweisen Anleitung bedienen können, weil sie deren Funktion und Bedienung nicht kennen. Die Bezeichnung hat Anklänge von unreifem Verhalten und Vandalismus.

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Kiddie-Tools

Mit dem Aufkommen von Multics- und Unix-Systemen seit Anfang der 1970er Jahre wurden kompliziert zu bedienende Konsolebefehle über ein Skript zusammengefasst, um eine komplexe Aktion auszuführen. Das Skript versorgte die Konsolebefehle mit den notwendigen Parametern, passte bei Bedarf deren Ausgaben syntaktisch an und reichte diese an die nächsten Konsolebefehle weiter, bis die gewünschte Aktion abgearbeitet war. Auf diese Weise ermöglichten solche von Experten erstellten Automatismen nicht nur eine effizientere Arbeit. Da sie den Vorgang stark vereinfachten, war es nun auch möglich, dass eine in der Sache unkundige Person diese Aktion ausführen konnte.

Derzeit finden sich solche Automatismen oft in grafisch orientierten Programmen wieder. Das „Skript“ im Namen soll auch heute noch verdeutlichen, dass ein Skriptkiddie bestimmte Vorgänge aufgrund fehlender Fachkenntnis lediglich mit Hilfe vorgefertigter, stark vereinfachender Automatismen ausführen kann. Diese Programme werden daher auch Kiddie Tools genannt.

Skript-Programmierung unter Anleitung

Weiterhin werden als Skriptkiddie Personen bezeichnet, die mit minimalen Kenntnissen unter Zuhilfenahme einer „Schritt für Schritt“-Anleitung Skripte verfassen, um diese meist zu schadenden Zwecken auf einem ungeschützten System auszuführen, beispielsweise um in Internetforen oder Gästebüchern ihre Textbotschaft in mehrfacher Ausführung zu hinterlassen (Spamming).

Abgrenzung zum Begriff ‚Hacker’

Ein Hacker agiert mit einer tiefen Grundlagenkenntnis der Materie. Dagegen bricht ein Skriptkiddie in fremde Computersysteme ein, ohne sich mit der Materie der Computersicherheit auszukennen, wobei sie – durch das fehlende Verständnis über die Zusammenhänge und den damit verbundenen Auswirkungen der genutzten Mechanismen – meist gedanken- und verantwortungslos agieren. Letzteres zeichnet sich dafür verantwortlich, dass sie innerhalb der Computersicherheit allgemein als Cracker charakterisiert werden.

Die Annahme, dass Hacker aus dem Bereich der Computersicherheit meist als Skriptkiddie angefangen haben, gehört zu den populären Irrtümern. Innerhalb der Computersicherheit nutzen angehende Hacker gelegentlich zwar ebenfalls vorgefertigte Automatismen, da diese bestimmte Arbeitsabläufe vereinfachen. Im Gegensatz zu einem Skriptkiddie setzen sie sich jedoch mit der Sicherheitslücke auseinander, bevor ein solches Tool verwendet wird. Sie konzentrieren sich nicht auf den bloßen Gebrauch dieser Programme, sondern auf das Erlangen von Wissen durch Erforschung. Solche Werkzeuge sind eher Teil ihrer Experimentierfreudigkeit, wobei der Zugriff auf den Quellcode ein oftmals wesentlicher Bestandteil des Experiments darstellt. Je nachdem, welches Problem sie gerade fasziniert, passen sie die Programme an ihre Bedürfnisse an, wobei fortgeschrittene Hacker oft auch gänzlich eigene Routinen verwenden. Diese Arbeitsweise unterscheidet selbst einen angehenden Hacker stark von einem Skriptkiddie.

Aufgrund des Imponierverhaltens oder aus Unwissenheit heraus möchten sich Skriptkiddies dennoch gerne als „Hacker“ betitelt sehen und scheinen oft durch den Wunsch des aktiven Erlebens des Hackermythos motiviert. Mitunter verwenden sie als Teil der Leetspeak-Subkultur deshalb geheimtuerische Bezeichnungen wie „h4xx0r“, „|-|@X0r“, „1337“, o.Ä. Seither ist Leetspeak innerhalb der Hackerkultur verpönt, weshalb diese Schreibweise unter Hackern als bewusst vermieden gilt.

siehe auch

Literatur

Weblinks